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Robots können Ihre Webseite gefährden

Jetzt werden Sie sich vielleicht zunächst mal fragen, was ein “Robot” ist. Das hat nichts mit dem Roboter zu tun, den wir uns wünschen, damit er uns zukünftig morgens den Kaffee ans Bett bringt und danach brav den Abwasch erledigt.

“Robot” oder auch kurz “Bot” nennt man das, womit Google das Internet nach Inhalten durchsucht und letztlich Ihre Webseite bewertet. Da dieser Vorgang automatisiert geschieht, spricht man hier eben von einem Robot.

Genau dieser automatisierte Vorgang kann jedoch seine Tücken haben, zum Beispiel, wenn Sie auf Ihrem Weblog Google AdSense-Anzeigen eingebunden haben (das sind Werbeanzeigen, die Sie auf Ihrem Weblog einbinden können – bei jedem Klick auf eine dieser Anzeigen, zahlt Google Ihnen dafür eine kleine Provision). Google ist ja ein amerikanisches Unternehmen und die Amerikaner sind bekanntlich weitaus prüder als wir Europäer (zumindest nach außen) und sehr streng, wenn es um den Schutz der Jugend geht. Daher sind auch die Regeln, die Sie einhalten müssen, wenn Sie diese Google AdSense-Anzeigen einbinden möchten, entsprechend streng. Jede Art von Pornografie auf Ihrer Seite ist z.B. unzulässig.

Damit werden die meisten Weblogbetreiber soweit keine Schwierigkeiten haben – denken Sie.

Weit gefehlt, wie das aktuelle Beispiel des Journalisten Richard Gutjahr zeigt. Gutjahr ist der Betreiber und Autor des Blogs “G! – gutjahr’s blog”.
Auf diesem Blog hat er Google AdSense Anzeigen eingebunden. Und nun vor einiger Zeit einen Artikel auf dem Blog veröffentlicht, in dem er über eine Künstlergruppe berichtete, die sich über Apple’s Porno-Verbot lustig gemacht hat. Der Artikel enthält keinerlei pornografische oder jugendgefährdende Inhalte, jedoch das Wort “Pornografie”. Und genau darüber ist der Google-Robot gestolpert und hat Herrn Gutjahr “abgemahnt” und mit dem Ausschluss aus dem Google AdSense-Programm gedroht, solle er nicht binnen 3 Tagen die Inhalte seines Blogs entsprechend ändern.

Das ist ziemlich heftig und kann auch finanziell recht schmerzlich werden. Herr Gutjahr hat jetzt als Journalist einen guten Draht zu Google und wird das Mißverständnis wohl recht bald aufklären können. Was aber, wenn Sie einen solchen Draht nicht haben – was wohl auf die meisten von uns zutreffen dürfte?

Ein anderes, ähnliches Beispiel habe ich kürzlich selbst erlebt. Ich habe über einen Account bei TubeMogul, das ist eine Seite, die Ihre Videos automatisch auf mehreren Videoportalen unterbringt, ein Video hochgeladen. Das war praktisch und hat recht gut funktioniert. Allerdings erhielt ich nach 2 Tagen eine unerfreuliche Email, dass mein Account gesperrt sei, da ich auf meinem Blog (nämlich diesem hier) Affiliate Marketing betreiben würde – was gegen die Regeln von TubeMogul verstösst. Gegen diese Regel ist prinzipiell nichts einzuwenden, ich musste nur fieberhaft überlegen, wie um Gottes Willen TubeMogul auf diese Idee kommen konnte. Und dann fiel es mir wieder ein. Vor einigen Tagen hatte ich einen Blogpost veröffentlicht mit dem Titel “Pro und Contra Affiliate Marketing”. Und an genau diesem hatte sich der Robot von TubeMogul gestoßen.

Ich erklärte das Missverständnis und erhielt eine Email, dass mein Account jetzt, ausnahmsweise (!) wieder freigeschaltet sei. 3 Stunden später war er wieder zu und ich erhielt die identische, automatisierte Email, dass ich mich nicht an die Regeln gehalten hätte, Affiliate Marketing, yada, yada, yada….

In diesem Fall sitze ich am längeren Hebel, denn ich bin hier der Kunde und habe jetzt schlicht den Service gewechselt, das hat mich zwar ein paar Stunden gekostet, mir aber weitere, langatmige Emails und Unschuldsbeteuerungen erspart. Herzlichen Glückwunsch an dieser Stelle an TubeMogul – Ihr habt gerade einen Kunden verloren.

Wenn es jedoch um Google geht, sieht die Sache anders aus. Denn wir alle, die wir Webseiten und Weblogs im Internet haben, vor allem Seiten, in denen wir Produkte oder Dienstleistungen promoten, sind letztlich auf Google angewiesen, egal ob wir nun Google AdSense Anzeigen einbinden wollen oder nicht.

Sie sehen an diesem unschönen Beispiel, wie umsichtig man bei der Gestaltung seiner Texte sein muss, denn der Google Robot ist eben nur eine Maschine und nicht in der Lage die größeren Zusammenhänge aufzuschlüsseln. Es ist also Vorsicht geboten.

Den kompletten Artikel von Richard Gutjahr können sie hier nachlesen: http://gutjahr.biz/blog/2010/07/google-frist/

Und ich bin jetzt mal gespannt, ob Google mich zukünftig mit Mißachtung straft, weil ich hier mehrfach das böse Wort mit dem “P” verwendet habe ;-)

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